Vater eines 4-jährigen Sohnes – Umgang wird immer schwieriger. Wie würdet ihr damit umgehen?
Hallo zusammen,
ich würde gerne einmal eine Außenperspektive von anderen Eltern bzw. Vätern bekommen, die vielleicht eine ähnliche Situation erlebt haben.
Ich bin Vater eines vierjährigen Sohnes. Die Mutter und ich sind getrennt und haben gemeinsames Sorgerecht. Unser Sohn lebt überwiegend bei seiner Mutter.
Die Trennung ist inzwischen einige Zeit her. Gerade am Anfang habe ich trotz der Trennung versucht, die Mutter und meinen Sohn weiterhin möglichst zu unterstützen. Ich habe beispielsweise noch Nächte bei ihr verbracht und auf dem Sofa geschlafen, damit sie entlastet wird und auch einmal eine Nacht durchschlafen konnte. Auch bei ganz normalen Dingen habe ich weiterhin geholfen, unter anderem beim Aufbau ihrer Einrichtung. Für mich war das damals selbstverständlich, weil wir zwar als Paar getrennt waren, ich aber weiterhin Verantwortung als Vater übernehmen und meinen Teil beitragen wollte.
Der Umgang mit meinem Sohn war zunächst auch relativ unkompliziert. Ich habe ihn regelmäßig gesehen, teilweise auch mit zwei/drei Übernachtungen am Stück. Inzwischen ist die Situation deutlich schwieriger geworden.
Ich sehe ihn aktuell ungefähr ein- bis zweimal pro Woche, meistens einen Nachmittag und gelegentlich mit Übernachtung. Ich wünsche mir eigentlich keinen extremen oder unrealistischen Umgang, sondern eine verlässliche Regelung, bei der mein Sohn regelmäßig und selbstverständlich Zeit mit beiden Eltern hat.
Das Problem ist, dass wir uns bei der Gestaltung des Umgangs immer wieder nicht einigen können. Ich mache Vorschläge für mehrere Wochen oder Monate im Voraus, damit ich das mit meinem beruflichen Dienstplan vereinbaren kann. Daraufhin wird die Regelung teilweise verändert oder es werden einzelne Tage bzw. Übernachtungen abgelehnt.
Als Begründung wird unter anderem angeführt, dass unser Sohn bestimmte Papa-Tage nicht möchte bzw. dass es ihm zu viele Tage seien. Gleichzeitig habe ich manchmal den Eindruck, dass er in Situationen, in denen er bei mir ist, durchaus gerne bleibt und die gemeinsame Zeit genießt.
Ein weiterer Punkt ist die Kommunikation. Früher gab es beispielsweise regelmäßig kurze Videoanrufe zwischen meinem Sohn und mir. Inzwischen finden diese kaum noch statt bzw. werden teilweise damit begründet, dass unser Sohn nicht telefonieren möchte. Ich habe dabei Schwierigkeiten einzuschätzen, was tatsächlich sein eigener Wunsch ist und was möglicherweise durch die Situation zwischen uns beeinflusst wird.
Ich versuche inzwischen sehr darauf zu achten, nicht ständig zu streiten oder jede einzelne Aussage der Mutter zu kommentieren. Ich möchte die Kommunikation möglichst sachlich halten und Konflikte nicht vor meinem Sohn austragen.
Trotzdem habe ich zunehmend das Gefühl, dass die Regelung nicht wirklich gemeinsam gestaltet wird, sondern dass ich häufig vor vollendete Tatsachen gestellt werde.
Ich überlege deshalb, ob ich das Thema einmal beim Jugendamt ansprechen sollte. Nicht unbedingt, um sofort irgendwelche rechtlichen Schritte einzuleiten, sondern zunächst einmal, um eine neutrale Einschätzung und vielleicht Unterstützung bei einer verlässlichen Umgangsregelung zu bekommen.
Meine Fragen an euch wären deshalb:
Wie würdet ihr die Situation von außen einschätzen?
Ist es sinnvoll, jetzt schon das Jugendamt einzubeziehen?
Wie geht man damit um, wenn das Kind als Begründung für Änderungen des Umgangs genannt wird?
Sollte ich weiterhin möglichst kompromissbereit bleiben, oder irgendwann auf einer verbindlicheren Regelung bestehen?
Und vor allem: Was würdet ihr rückblickend anders machen, wenn ihr schon einmal in einer solchen Situation wart?
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, hier die Mutter schlechtzumachen. Ich weiß natürlich, dass ihr hier nur meine Seite der Geschichte kennt. Genau deshalb interessiert mich gerade eine möglichst ehrliche Außenperspektive – auch wenn ihr der Meinung seid, dass ich an irgendeiner Stelle selbst etwas falsch mache.
P.S.: Der Beitrag ist ziemlich umfangreich geworden. Ich habe ihn deshalb von meinem Sprachassistenten sprachlich etwas glattziehen und strukturieren lassen – die Geschichte und der Inhalt stammen aber von mir.


