Moin zusammen,
meine Frau und ich waren seit einiger Zeit auf der Suche nach einem neuen Zuhause für uns und unsere 3 Kinder. Wie es der Zufall wollte, hat ein langjähriger Kumpel von mir - nennen wir ihn Kevin - ein Haus zur Verfügung, das seinen verstorbenen Großeltern gehörte. Wir haben dieses Haus im Mai besichtigt und uns dann entschlossen, dort einziehen zu wollen. Der Ort liegt in meiner Heimatregion, knapp über 100km von unserem jetzigen Wohnort entfernt.
Damit das Ganze sinnvoll stattfinden kann, müssen ausgiebige Renovierungen vorgenommen werden - neue Küche, neues Bad, neue Heizung, teilweise neue Fußböden, die Wände werden auch renoviert, etc. All diese notwendigen Maßnahmen haben wir schriftlich im Mietvertrag festgehalten. Kevin hat hier extrem viele Zugeständnisse gemacht, die er definitiv nicht hätte machen müssen. Wir waren im Küchenstudio und haben eine Küche geplant, diese wurde laut Aussage des Vermieters auch bestellt. Dasselbe gilt für Teppichboden im Obergeschoss, der Ausstattung für das Bad und eine neue Wärmepumpe.
Nun zum Problem. Wir haben einen Zeitplan erhalten, in dem steht, wann was fertig sein soll. Nun ist gestern die erste Frist verstrichen, das OG sollte fertig sein. Im OG befinden sich 3 Räume, die alle renoviert werden sollten. Dazu sollte im Flur der alte Teppichboden raus und ein neuer Vinylboden verlegt werden.
Leider läuft die Kommunikation mit Kevin extrem schleppend und unzuverlässig. Ich muss andauernd nachfragen, es werden kaum proaktiv Infos kommuniziert, er ist schwer erreichbar und so langsam haben wir ernsthafte Zweifel daran, ob die versprochenen Arbeiten tatsächlich ausgeführt werden und wir Ende Oktober dort einziehen können. Kevin wollte uns erst vorab einen Schlüssel nachmachen lassen, damit wir selbst den Fortschritt anschauen können, hat sich dann aber doch dagegen entschieden und sagte, es wird zu unruhig wenn wir auf der Baustelle rumlaufen, er will lieber zu den kommunizierten Fristen Fotos schicken. Bislang haben wir keinerlei Fotos erhalten, erst gestern haben wir die Muster für die Fußböden bekommen, obwohl laut seinem Zeitplan das OG am 31.08. fertig sein sollte, natürlich inklusive Flur. Hier wurde offenbar nicht mal angefangen, die Räume sollen laut seiner Aussage aber fertig sein. Belege dafür haben wir nicht gesehen, genau wie für alles andere. Momentan zweifeln wir sogar daran, ob wirklich eine Küche bestellt wurde. Mir ist natürlich klar, dass Kevin nicht verpflichtet ist, uns einen Kaufnachweis für die Küche o.ä. zu schicken, aber ich habe ihm (da es ja wie gesagt eigentlich ein langjähriger Kumpel ist) unsere Zweifel und Sorgen mitgeteilt, aber aus der Welt geräumt hat er diese nicht.
Unsere jetzige Wohnung haben wir natürlich längst gekündigt und es gibt auch einen Nachmieter, da wir uns zu dem Zeitpunkt noch sicher waren, dass das alles klappen wird.
Der Zustand, den wir im Mai gesehen haben, war grundsätzlich bewohnbar, jedoch ziemlich veraltet. Unter anderem gab es noch Nachtspeicheröfen als Heizung, auch die Küche ist sehr in die Jahre gekommen. Wohnen könnte man dort theoretisch schon, auch wenn absolut nichts gemacht wurde, aber schön wäre es definitiv nicht und in jedem Fall vertragsbrüchig. Wir wissen halt leider nicht, wie der aktuelle Zustand konkret aussieht.
Wir haben große Angst, auf der Straße zu landen (falls das Haus z.B. eine Baustelle ohne Heizung und Bad ist kann man da ja nicht wirklich wohnen) und eine Ferienwohnung o.ä. als Notunterkunft könnten wir auch nur eine begrenzte Zeit bezahlen. Meine Frau fängt am 01.11. einen neuen Job ab, Kitaplätze haben wir auch gesichert.
Was würdet ihr in so einer Situation tun?