Hey ihr Lieben, ich bin ehrlich gesagt etwas überwältigt gewesen, als ich morgens komplett übermüdet mein Smartphone zum ersten Mal wieder aufgemacht habe 😅
Ich habe wirklich jeden einzelnen Kommentar bis jetzt gelesen und finde es unglaublich lieb und weiß das so zu schätzen,wie viele von euch sich die Zeit genommen haben, mir zu antworten, eigene Erfahrungen zu teilen und Fragen zu stellen. Ich kann leider gerade nicht auf 100+ Kommentare einzeln antworten, wollte euch aber trotzdem einmal ein Update geben und die Fragen, die öfter aufgekommen sind, gesammelt beantworten. Ich werde wahrscheinlich die nächsten Tage trotzdem nochmal separat auf einige Antworten, weil die mich echt zum Nachdenken angeregt haben und geholfen haben, sowie weitere Fragen da sind :)
Also: Dickes Danke nochmal! ☺️
Die erste Nacht war gleichzeitig ein Vertrauensbeweis und gleichzeitig für mich komplett katastrophal, was den Schlaf angeht
Ich habe tatsächlich kein Auge zugemacht. Gia lag die meiste Zeit bei mir, hat extrem viel geschnurrt und vor allem sehr intensiv Biscuits gemacht. Dadurch bin ich jedes Mal wieder wach geworden bzw. konnte gar nicht erst einschlafen
Wie einige wahrscheinlich gelesen hatten, habe ich sie letztendlich mit ins Schlafzimmer genommen. Dort war sie dann komplett friedlich. Kein Fauchen, kein Angriff, überhaupt keine Anzeichen von dem aggressiven Verhalten, von dem das Tierheim berichtet hatte
Heute Morgen gab es dann allerdings eine kleine Situation: Ich wollte sie vorsichtig vom Bett heruntersetzen, weil ich nach der Nacht einfach dringend schlafen musste, und dabei hat sie mich einmal leicht gebissen. Wirklich nicht fest und definitiv kein heftiger Angriff, aber ich habe kleine Wunden. Sie war danach kurz etwas aufgebracht, ist ins Wohnzimmer gegangen und kam später wieder zurück. Danach hat sie sich sogar mit etwas Abstand unten ans Fußende gelegt und dort geschlafen
Da würde mich tatsächlich interessieren:
- Kennt jemand dieses Verhalten? Also eine grundsätzlich sehr verschmuste Katze, die beim Wegschieben bzw. Grenzen setzen einmal zuschnappt?
- Und wie geht ihr mit sowas um? Ich möchte natürlich nicht anfangen, Angst vor ihr zu haben, gleichzeitig möchte ich die Vorgeschichte mit den Aggressionsanfällen aber auch nicht einfach ignorieren.
Ich habe dem Tierheim deshalb nochmal geschrieben und gefragt, ob dieses Verhalten bei ihr bekannt ist und ob es bestimmte Situationen gibt, bei denen ich besonders vorsichtig sein sollte.
Beim Futter sieht es mittlerweile zum Glück besser aus. Sie hat ungefähr 40 g Nassfutter und schätzungsweise 30–40 g Trockenfutter gegessen und auch immer wieder getrunken. Die Medikamente (Grüntee-Extrakt) hat sie leider noch nicht genommen, weil sie die Tablette im Futter einfach umgangen hat
Beim Katzenklo bin ich noch etwas unsicher. Ich habe bisher keinen eindeutigen Toilettengang gesehen und auch nirgendwo im Haus Urin oder Kot gefunden. Ich habe extra etwas von der Streu aus dem Tierheim mitgenommen und mit der neuen Streu vermischt. Sie hat das Klo am Anfang mehrfach angeschaut, aber bisher offenbar noch nicht benutzt. Da wir mittlerweile ungefähr 24 Stunden erreicht haben, beobachte ich das natürlich sehr genau und werde im Zweifel auch beim Tierarzt nachfragen.
Was ihre Anhänglichkeit angeht, gibt es aber schon eine kleine Veränderung: Wenn ich mich mittlerweile vom Schlafzimmer entferne, legt sie sich einfach auf meine meine Matratze mit Decke und schläft. Finde ich tatsächlich sehr beruhigend, weil ich dadurch zumindest weiß, dass sie auch ohne mich im selben Raum zurechtkommt
Überhaupt ist meine Matratze/Decke aktuell offenbar ihr Lieblingsort
Von den ganzen Katzenbetten und dem Kratzbaum, die ich vorbereitet habe, hält sie bisher nicht besonders viel. Sie liegt zu 95 % auf meiner Decke im Bett
Und da bin ich auch noch etwas unsicher: Wie würdet ihr damit umgehen? Ich möchte ihr natürlich ihren Safe Spot nicht wegnehmen, gleichzeitig möchte ich aber auch nicht unbedingt etablieren, dass sie ab jetzt jede Nacht in meinem Bett schlafen muss. Tagsüber ist das für mich überhaupt kein Problem. Aber ich brauche nachts einfach meinen Schlaf und möchte ihr langfristig auch zeigen können, dass entweder eine geschlossene Schlafzimmertür nichts Schlimmes bedeutet oder eben besser: Sie auf der Bettkante oder in dem Katzenbett ( davon gibt es 4 Stück in der ganzen Wohnung)
Zudem bringt mich dieser Punkt nach der gestrigen Nacht heute extrem zum Nachdenken:
Ich bin selbstständig und gerade in der Sommersaison extrem viele Wochenenden, an denen ich 2-3 Tage weg bin. Meine beste Freundin, die bei jedem meiner Besuche im Tierheim dabei war, würde in diesen Fällen meistens auf sie aufpassen und hier auch schlafen. Zusätzlich habe ich noch weitere Personen, die regelmäßig vorbeikommen werden, falls meine beste Freundin keine Zeit hat.
Wenn ich also beispielsweise aber nur tagsüber oder insgesamt 18–24 Stunden weg bin, wäre sie normalerweise in dieser Zeit alleine. Ich habe außerdem vieles automatisiert, was Futter, Wasser, Klo etc. angeht. Das hatte ich alles vorher mit dem Tierheim besprochen und mir wurde gesagt, dass das für Gia grundsätzlich gut funktionieren könnte, gerade weil sie eine Seniorin ist und sehr viel schläft.
Nach der letzten Nacht bin ich da natürlich trotzdem gerade etwas ins Zweifeln gekommen. Vor allem frage ich mich, ob sie vielleicht tatsächlich Schwierigkeiten mit dem Alleinsein bekommen könnte oder ob eventuell doch auch eine altersbedingte Demenz eine Rolle spielen könnte. Soweit ich weiß, wurde das bisher nicht getestet und auf den Gedanken bin ich ehrlich gesagt selbst vorher überhaupt nicht gekommen
Und wahrscheinlich muss ich an dieser Stelle auch einfach sagen, dass ich durch den kompletten Schlafentzug gerade etwas mehr am Zweifeln bin als normalerweise
Ich habe wirklich versucht, alles mit bestem Gewissen vorzubereiten. Die Wohnung ist katzensicher eingerichtet, der Balkon ist so gut wie möglich gesichert, Futter, Wasser, Toiletten, Schlafplätze, Kameras und Automatisierung sind vorhanden und ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht, wer sich im Notfall um sie kümmern kann
Ich habe allerdings mein Leben lang schon ein ziemlich ausgeprägtes Helfersyndrom und fühle mich sehr schlecht, wenn es jemandem schlecht geht. Das gilt bei mir natürlich auch für Tiere. Und gerade bei einer 15-jährigen Katze, bei der man weiß, dass sie in der Vergangenheit vermutlich nicht nur schöne Erfahrungen gemacht hat und ihre Problemchen hat, fällt es mir schwer zu sagen: „Das ist jetzt meine Grenze, damit musst du klarkommen"
Genau da bin ich gerade etwas im Zwiespalt..
Ich möchte ihr natürlich ein wunderschönes Zuhause geben und auf keinen Fall, dass sie hier wieder schlechte Erfahrungen macht. Gleichzeitig möchte ich aber auch nicht, dass mein komplettes Leben von ihrer Stimmung oder davon bestimmt wird, ob sie gerade alleine sein möchte oder nicht. Und ganz ehrlich: Im Moment geht es mir durch den Schlafmangel und den Druck, alles für sie richtig machen zu müssen, tatsächlich schlechter als vorher
Deshalb habe ich auch etwas Angst vor der nächsten Nacht. Sie hat heute sehr viel geschlafen und ich frage mich natürlich schon, ob sie heute Abend wieder komplett fit ist und mich belagert, ohne, dass ich es ändern kann, und ich wieder kein Auge zubekomme
Mich würden deshalb vor allem eure Erfahrungen interessieren:
- Wie lange hat es bei euren Katzen gedauert, bis sie nach einem Umzug wirklich angekommen waren?
- Hat sich extreme Anhänglichkeit bei euch wieder gelegt?
- Wie habt ihr das Alleinebleiben aufgebaut, gerade bei einer Katze, die am Anfang sehr laut nach euch ruft?
- ..Und hat jemand Erfahrung mit einer älteren Katze, bei der sich später herausgestellt hat, dass Demenz oder eine andere altersbedingte Veränderung hinter der starken Anhänglichkeit bzw. dem Rufen steckt?
-Wie etabliere ich bei ihr, dass meine Abwesenheit für Sie etwas erträglicher und akzeptabler wird? Gleich am Anfang oder erst nach ein paar Tagen/Wochen?
Ich versuche gerade wirklich, nicht nach 24 Stunden schon irgendwelche endgültigen Schlüsse zu ziehen. Sie ist erst seit sehr kurzer Zeit hier und hat gleichzeitig schon gefressen, getrunken, geschlafen, die Wohnung erkundet, meine Nähe gesucht und kann mittlerweile auch alleine in einem Raum liegen, ohne direkt zu miauen. Leider eben nur dauerhaft da, wo Sie nachts eben nicht dauerhaft in der Mitte des Bettes liegen sollte. Aber eigentlich gar nicht so schlecht für Tag 1
Und nochmal wirklich vielen, vielen Dank an euch alle. Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass sich so viele Leute die Zeit nehmen und so ausführlich antworten. Ich habe wirklich alles gelesen, auch wenn ich leider nicht jeden Kommentar persönlich beantworten kann. Einige eurer Erfahrungen haben mir gerade in dieser ersten Nacht wirklich geholfen und ich bin sehr dankbar dafür ☺️
Ich halte euch auf jeden Fall weiter auf dem Laufenden!