Hallo zusammen, ich bin 28 und arbeite seit etwa sieben Monaten als Werkstudentin in einem größeren Unternehmen, in einem ziemlich speziellen Marketing-Teilbereich.
Eigentlich finde ich das Unternehmen und seine Werte richtig gut und war anfangs auch sehr stolz, dort einen Job bekommen zu haben. Zu Beginn hatte ich allerdings oft das Gefühl, dass man mich gar nicht wirklich braucht. Ich habe mich deshalb sehr reingehängt und mein Vertrag wurde inzwischen auch verlängert.
Mittlerweile merke ich aber immer stärker, dass ich mich mit den Inhalten meiner Abteilung nicht wirklich identifizieren kann. Der Bereich ist sehr speziell und ich kann fachlich auch nicht besonders viel beitragen. Gleichzeitig möchte ich meine Freizeit nicht dafür nutzen, mich noch tiefer in ein Thema einzuarbeiten, hinter dem ich inhaltlich einfach nicht stehe. Ich bin generell jemand, der relativ kritisch ist und gerne das Gefühl hätte, dass meine Arbeit irgendeinen Sinn hat – und genau dieses Gefühl fehlt mir momentan.
Das Schwierige ist: Das Unternehmen selbst finde ich nach wie vor gut. Es ist nah an meinem Wohnort, die Konditionen sind gut und meine Vorgesetzte ist eigentlich auch nett. Ich könnte mir sogar vorstellen, langfristig dort zu bleiben, vielleicht nur in einer anderen Abteilung.
Dazu kommt noch eine andere Sache: Ich habe vor einiger Zeit bei einer Aufgabe einen größeren Fehler gemacht und diesen auch direkt gemeldet. Meine Vorgesetzte konnte die Konsequenzen zunächst nicht vollständig einschätzen, sodass das Problem später noch einmal aufgetreten ist. Seitdem habe ich allerdings das Gefühl, dass sie mir deutlich weniger zutraut und ich bei ihr „in Ungnade gefallen“ bin. Ich fühle mich auch sehr schlecht deshalb, allerdings war es etwas, das ich einem etwas komplizierten System hochladen musste - zu der Zeit war ich 4 Monate im Unternehmen. Ob das tatsächlich so ist oder nur mein Eindruck, weiß ich natürlich nicht – aber es nimmt mir zusätzlich die Motivation.
Und momentan merke ich auch, dass es mir psychisch wieder schlechter geht. Ich war längere Zeit wegen Depressionen in Behandlung und hatte eigentlich das Gefühl, mein Leben langsam wieder gut im Griff zu haben. Jetzt bin ich nach der Arbeit aber regelmäßig komplett erschöpft. Teilweise schaffe ich selbst kleine Aufgaben nicht mehr und stempele mich eher aus, weil ich einfach keine Energie mehr habe. Gleichzeitig empfinde ich viele dieser Aufgaben als sinnfrei, was es natürlich nicht gerade leichter macht.
Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Arbeit sich auch anders anfühlen kann. Ich hatte schon einmal einen Werkstudentenjob in einem kleineren Unternehmen, bei dem ich wirklich etwas beitragen konnte, nicht alles so perfektionistisch war und mir die Arbeit tatsächlich Spaß gemacht hat. Nach dem Urlaub bin ich damals sogar gerne wieder zur Arbeit gegangen – aktuell ist das überhaupt nicht so.
Jetzt ist die Situation zusätzlich etwas blöd, weil ich ursprünglich eingestellt wurde, um eine Kollegin während ihrer Elternzeit zu vertreten. Bald beginnt eine wichtige Projektphase, in der sich meine Kollegen auch auf mich verlassen. Gleichzeitig macht mir die Arbeit momentan einfach überhaupt keinen Spaß mehr.
Ich weiß deshalb gerade nicht, was die richtige Entscheidung ist. Kündigen möchte ich eigentlich nicht unbedingt, weil ich das Unternehmen weiterhin gut finde und mir dort perspektivisch auch eine andere Stelle vorstellen könnte. Andererseits habe ich Angst, mich gerade immer weiter kaputtzumachen, wenn ich einfach weitermache.
Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Hat jemand schon einmal erlebt, dass eigentlich das Unternehmen gepasst hat, aber die konkrete Abteilung bzw. Tätigkeit überhaupt nicht? Würdet ihr versuchen, intern zu wechseln oder erst einmal durchhalten?