Ich beschäftige mich derzeit mit einer wirtschaftswissenschaftlichen Idee und würde sie gerne von Menschen mit ökonomischem Hintergrund kritisch prüfen lassen.
Ausgangspunkt ist die klassische Knappheitsproblematik: Ressourcen sind begrenzt, während menschliche Bedürfnisse bzw. Präferenzen potenziell unbegrenzt sind. Märkte koordinieren die Allokation über Preise. Allerdings spiegeln Marktpreise nicht zwangsläufig sämtliche Ressourcen- und Umweltkosten wider.
Die Idee entstand bei einer ziemlich banalen Beobachtung: Ich sitze in Mecklenburg und trinke gerade abgefülltes Wasser aus der Türkei. Der grundlegende Bedarf – Flüssigkeit bzw. Trinkwasser – kann regional problemlos befriedigt werden. Trotzdem kann das importierte Produkt wirtschaftlich sinnvoll sein, weil Konsumenten beispielsweise Geschmack, Marke oder Herkunft höher bewerten.
Ich möchte weder solche Produkte verbieten noch pauschal „regional = besser“ setzen.
Meine Überlegung ist vielmehr, regionale Verfügbarkeit als explizite Variable in die wirtschaftliche Allokation einzubeziehen.
Die zentrale Frage wäre:
Welche verfügbare Produktions- und Versorgungskonfiguration kann ein bestimmtes Bedürfnis mit möglichst geringem Gesamtverbrauch knapper Ressourcen befriedigen
– unter Berücksichtigung von Präferenzen und realen Ressourcenbeschränkungen?
Dabei würde ich mindestens folgende Größen unterscheiden:
Produktionskosten
Transportkosten
Umwelt- und Klimakosten
Ressourcenverbrauch
regionale Verfügbarkeit
Verfügbarkeit funktionaler Substitute
Nutzen bzw. Zahlungsbereitschaft der Konsumenten
Besonders interessiert mich das Konzept der regionalen Substituierbarkeit eines Bedürfnisses:
Wie gut kann ein bestimmtes Bedürfnis mit den in einer Region vorhandenen Ressourcen und Produktionskapazitäten befriedigt werden?
Ein Importprodukt würde dadurch nicht automatisch benachteiligt.
Wenn ein Produkt regional nicht verfügbar ist, bleibt überregionaler bzw. internationaler Handel sinnvoll.
Interessant wird es dort, wo:
ein funktional vergleichbares Gut regional verfügbar ist, das importierte Produkt nur einen begrenzten zusätzlichen Nutzen erzeugt,
und gleichzeitig erhebliche zusätzliche Transport-, Ressourcen- oder Umweltkosten entstehen.
Die Hypothese wäre, dass eine solche Betrachtung die Bedürfnisbefriedigung pro Einheit eingesetzter knapper Ressourcen erhöhen könnte und dadurch möglicherweise Emissionen und Materialverbrauch reduziert, ohne einfach den Konsum zu beschränken.
Sehr vereinfacht könnte die Zielfunktion beispielsweise lauten:
Maximiere gesellschaftlichen Nutzen − λ × Ressourcen-/Umweltkosten
unter den Nebenbedingungen:
regionale Produktionskapazität + Importe ≥ regionale Nachfrage
und
Ressourcenverbrauch ≤ verfügbares Ressourcenbudget
Mir ist bewusst, dass diese Idee erhebliche Überschneidungen mit bestehenden Forschungsgebieten hat, insbesondere Umweltökonomie, Externalitäten, Wirtschaftsgeografie, Regionalökonomie, Input-Output-Modelle und nachhaltige Lieferketten.
Ich behaupte ausdrücklich nicht, dass das Konzept neu ist.
Mich interessiert vor allem die fachliche Einschätzung:
Gibt es bereits ein etabliertes Modell, das diesen Ansatz vollständig abbildet?
Ist „regionale Substituierbarkeit eines Bedürfnisses“ überhaupt eine sinnvolle eigenständige Variable?
Würde ein solches Modell gegenüber einer korrekten Bepreisung von CO₂ und anderen Externalitäten überhaupt zusätzliche Ergebnisse liefern?
Welcher mathematische Modellierungsansatz wäre geeignet, um die Hypothese empirisch zu testen?
Welche Literatur sollte ich unbedingt lesen, bevor ich die Idee weiterentwickle?
Ich suche ausdrücklich kritische Rückmeldung aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht und nicht primär allgemeine Diskussionen über Nachhaltigkeit.
Der Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.