Ich bin ein altenpfleger aus dem Schwarzwald un habe schon ewig Geschcihten im Kopf. Jetzt hab ichs einfach mal versucht. Ich hoffe es passt, aber es ist nur ein Hobby zerlegt es ruhig. "Ich weiß dass mein Dativ eine Katastrophe ist)
Breaking the Habit
Prolog
„Schatz, sag doch was?“ Dreimal – SAG JETZT.
Hinsehen. Seine Hand in meiner... Hinsehen!? – NUR – seine Hand.
Quälend langsam tropft eine armselige Menge Blut aus dem glatten Halbmond – „Schatz, wo bist du?“ – glatten Stumpf!
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Wer holt Vicky aus dem Kindi, wenn ich arbeite_Mama hat frei. tot? Futter für den Hund fehlt_nach Feierabend. tot?! Heute Nacht wird kalt im Bett ohne ihn_Heizdecke. Tot!? Wer tanzt Vicky zum Schlafengehen den Teddy? Tot!
Ich.will.mit.
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Du kannst noch nicht mit.
Ich will mit.
Du kannst noch nicht mit.
Ich gehe mit.
Du KANNST noch nicht mit.
ICH lass dich nicht.
Brennen! Feuer! LAUT! LAUT! LAUT!
Dir passiert nichts. Kühl... Segen...
Ich beschütze dich. Warm, weich, rau. Flügel.....
Lädst du mich ein, Zuhause, Geborgenheit, Ruhe...
oder muss ich dich zwingen. LAUT! LAUT! LAUT!
Was sagst du? …..................................................................................................
Vicky!? Mama!?
Sie leben, was ist mit dir? ….......leer.............................................................................Nico...?
…...... leer....................................leer...............................................leer......
Du lebst! Antworte! Antwort..............worauf?...........................................................
Leben oder Leiden... …............................................................................................................
…............................ …............................................................................................................
…............................!? ….........................................................Vicky...............................leben...
Verstanden...
Lass uns aufräumen.
כ הד Glanz!
{Trotz!}
I
Später wird er sagen, dass er nichts gesehen hat. Eine Lüge natürlich, aber wie soll er erklären, dass ein Mann mit schwarzem Shirt und schwarzer Cargo-Stoffhose mitten im Park vom Himmel gefallen und verschwunden ist, gemeinsam mit dem größtem Teil des Mannes vor ihm. Kein Knall, Blitz oder irgendetwas, einfach verschwunden... desintegriert ist ein Wort aus einem Videospiel, das dem Dreizehnjährigen dazu kurz in den Kopf schießt. Es ist eigentlich scheißegal; er hat Panik!
Etwas will angreifen, ein Tier? Ein Mensch? Egal was. Sein Instinkt ergreift die Kontolle und er hechtet beiseite. Die Frau, die noch immer die Hand ihres Mannes in der Hand hält bricht... doch nicht zusammen. Nach hinten gebeugt bleibt sie unnatürlich in der Schwebe, bevor sie sich wieder fasst und wie von einer Sturmböe getragen auf das Dach des Kiosk getragen wird.
Der Junge steht auf und greift in Panik nach den Händen seiner Schwester und Mutter und schleudert sie mit aller Kraft neben sich, in die Büsche. Dabei verliert er das Gleichgewicht und fällt. Er hat Schmerzen und schreit. Der Druck auf seinem rechtem Ohr ist unerträglich, bis er einem letztem Knall und einem stechendem Schmerz weicht. Wie dicke Tränen fließt das Blut aus seinem Ohr über seine Wange.
Links von sich hört er Schreie. Als er hinsieht ist dort nichts. Verwirrt sucht er weiter und erkennt rechts von sich Menschen. Verletzte, blutende,
II
Ich mach das. Lass los.
Gerade als sie realisiert hat, dass Nicos Hand immer noch in ihrer liegt, verändert sich ihre Welt. Sophia fühlt plötzlich Farben, hört Gerüche und schmeckt Klänge. Nicos Hand schmeckt wie eine wunderschöne Torte aus Koriander. Sie hört erbrochenes und lässt die Torte fallen, woraufhin sie aus ihrer Welt verschwindet.
Ich muss übernehmen sonst stirbst du!
-….......-
Verdammte Zicke!
Sie sieht einen Pfeilhagel auf sich zukommen.
-Mach!-
Sie zieht sich zurück, ihre Farben und Geräusche werden blasser. Schwarze Flügel tragen sie davon auf ein nahes Gebäude. Kurz darauf schlagen die Pfeile ein. Etwa dreißig Lichter flackern, einige tanzen wild... die Hälfte erlischt.
In der Ferne auf einer Brücke im Park kann sie ein Licht riechen. Als er sie dorthin blicken lässt, erkennt sie einen von Pfeilen durchbohrten jungen Mann, der einen Bogen auf sie richtet.
-Der Bogen fühlt sich zu rein an.-
Guter Hinweis.
Diese „Unterhaltung“ in ihrem Inneren überfordert sie.
In dem Moment, in dem ein faulig glänzender Lichtstrahl auf sie abgefeuert wird, macht er einen Schritt auf das dritte Gebäude neben ihr.
Sofort wird sie von zwei schimmernden Löwen angegriffen. Er duckt sich unter dem ersten Hindurch und schneidet ihm den Bauch mit einem
schreiende Menschen. Weiter! Er steht auf packt einen der riesigen leeren Alupflanzkübel und wirft sich rückwärts in die Büsche. Als er landet spürt er einen riesigen Druck, der den Kübel auf ihn drückt. Mama und Selena sind unter ihm. Mit aller Kraft drückt er dagegen, er spürt die Hände von Mama die seine umschließen und mitdrücken. Er spürt es... er spürt seinen Arm brechen. Und dann hört es auf. Er hört nur noch von links seine vierjährige Schwester weinen und seine Mutter die sich fest an ihn drückt.
Er bricht unter Tränen zusammen; geschafft.
Obsidiankatar auf, während er den anderen mit einer dreiläufigen abgesägten Schrotflinte, an deren Lauf zwei Axtblätter befestigt sind, eine Salve entegenfeuert. Der erste verschwindet aus ihrer Welt, während der zweite einen Satz beiseite macht und wieder auf sie zuspringt. Er drückt den unteren Trigger der Schrotflinte, woraufhin diese sich dreht und er abfeuert. Ein Feuerball fliegt in das Maul des Löwen, woraufhin dieser ebenfalls ihre Welt verlässt.
Verdammt!
Ein weiterer faulig glänzender Lichtstrahl fliegt auf sie zu. Verzweifelt sucht er einen Weg rechtzeitig auszuweichen. Sie richtet ihre Hände auf den Strahl, worauf Azaleen dem Strahl entgegenranken, diesen umschließen und ihn reinigen. In der Ferne sieht sie den jungen Mann flackern. Dazwischen kann sie eine alte Frau mit Dauerwelle erkennen, bevor beide verschwinden.
Spannend.
Als sie in den Park blickt, kann sie nurnoch blau flackernde Lichter sehen, die umherwuseln und gelb und rot leuchtende, die sie beschützen. Als sie die Sirenen hören kann, verliert sich ihre Welt.
- Akt
Als ich wieder zu mir komme, sitze ich auf der Sitzbank neben unserem Schuhschrank und rauche eine. Ich Rauche?! In der Wohnung!?
Tut mir leid, aber du warst nicht da, deshalb habe ich dein Unterbewusstsein entscheiden lassen. Eine warme Milch mit Honig steht in der Mikrowelle.
Der Duft von warmer Milch steigt mir in die Nase. Warme Milch mit Honig habe ich seit Jahren nicht getrunken. Als ich über Weihnachten bei Oma war, habe ich eine schwere Lungenentzündung gekriegt. Sie hat mir immer dieses eine Lied gesungen. Wie hieß es nochmal?
Prinzessin.
Genau. Sie hat dieses Lied gesungen und ich habe eine Tasse warme Milch mit Honig getrunken. Weil ich es so sehr geliebt habe, hab ich sogar noch zwei Tage länger krank gespielt.
Ich weiß...
Dieses nostalgische Nicht-Lächeln -versteht ihr was ich meine?- fährt mir über die Lippen. Ich stehe auf, gehe in die Küche und nehme die Milch aus der Mikrowelle. Ich setze mich an die Theke und nehme einen Schluck. Der erste Schluck klingt liebevoll.
Ich glaube wir müssen uns unterhalten.
Dass er mich nicht noch bei Oma lassen kann. Nurnoch einen Augenblick. Aber ich weiß, wir müssen reden.
-Müssen wir wirklich?-
Musst Du.
-Muss ich.....-
Ich darf wirklich nicht mit. Ich spüre, dass alles erledigt ist. Mama holt Vicky und bringt Hundefutter, die Heizdecke liegt im Bett, nur wer den Teddybärentanz tanzen soll, weiß ich immernoch nicht...
Jetzt bricht der Damm. Ich heule; heule wie ein kleines Kind. Ich schreie, der Rotz fließt in Strömen aus meiner Nase und mit jedem Tropfen meiner Tränen klingt die Milch weniger liebevoll und mehr nach Verzweiflung.
Gut du verstehst. Und jetzt müssen wir reden.
Lass mich doch einfach mit. Ich will doch einfach nur mit.
Das geht nichtmehr so einfach. Du hast mich eingeladen und ich kann erst gehen, wenn ich mein versprechen gehalten habe.
-Versprechen?-
Dir passiert nichts.
Ich beschütze dich.
Irgendwie verstehe ich. Aber ich weigere mich zu verstehen. Das Trauma hat bestimmt eine Psychose ausgelöst und jetzt habe ich Stimmen im Kopf. Ich verstehe, ich verstehe....
Du verstehst; langsam aber du verstehst.
-Ich bin nichtmehr allein?-
Vorerst nicht. Nein.
Natürlich frage ich mich warum, doch während er mir antworten will, empfinde ich seine... Zufälligkeit und... Bedauern...! Wut steigt in mir auf.
-Das hier, das alles, Nicos... dass du hier bist und dass ich dich nicht loswerde ist nur ein Unfall?-
Er drückt meine Zähne mit aller Kraft aneinander und beginnt zu knirschen.
Das war alles so nicht gedacht.
-So.Nicht.Gedacht. Wie.Dann.Gedacht!-
In meiner Welt fühle ich ein schwarzes Leuchten. Leuchtende Ranken bewegen sich darauf zu und... drücken es. Mit aller Gewalt. Drücken es.
Das tut weh. Reiß dich zusammen!
Die Ranken vertrocknen zu schmerzhaften Krümeln. Meine Hände verkrampfen. Schmerzhaft.
-Aufhören! Bitte!-
Meine Welt verblasst wieder.
Können wir uns dann unterhalten?
Meine Welt verblasst weiter. Kennt ihr das Video von „Take on me“? So fühlt sie sich an. Und sie steht still. Nur er und ich haben Farbe und bewegen uns, verschwommen, aber wir bewegen uns. Er sitzt an der Theke, zieht an einem Vape und trinkt einen schwarzen Kaffee. Er fühlt sich an als hätte van Gogh einen Film gedreht. Ich sitze daneben und nehme einen Zug von meiner Kippe.
-Ich bin überrascht.-
Er führt seinen Daumen zum Mund und beginnt auf dem Nagel zu kauen.
Was meinst du?
-Naja nichts himmlisches, nichts teuflisches, einfach ein,
ein bisschen zu jung gebliebener Midvierziger.-
Das sah ich. Ein Kerl, nicht einfach EIN Kerl. Der Kerl; genau der Typ den man meint wenn man sagt: „Kerle halt.“ Ich glaube ihr versteht.
Eine Bewegung durchfährt seinen dunkelbraunen mindestens-fünf-Tage-Bart, welche einige graue und rostfarbene Strähnen darin aufblitzen lässt. Er lehnt sich zurück und lacht so kräftig, dass sich sein leicht untersetzter Bauch hebt und senkt und seine etwas zu große schwarze Cargohose ein leichtes Klappern von sich gibt. Sein Lachen fühlt sich an wie das japanische Wasserspiel, das dich Nachts wachhält. Auf den Sommersprossen seiner Nase hüpft eine unauffällige Brille auf und ab.
Tut mir leid, aber was hast du erwartet?
-Das kannst du nicht sehen?-
Wir müssen reden, da wäre es doch verdammt unhöflich deine Atworten schon vorher zu kennen.
Ich weiß, dass das alles neu und viel für dich ist. Warum so gefasst?
-Du sagst du bist noch da, weil du versprochen hast mich zu beschützen und dass du erst gehen kannst, wenn du das Versprechen erfüllt hast, richtig?-
Er nickt.
-Heißt, dass ich nicht in Sicherheit bin. Ich weiß nicht wie das alles funktioniert oder wie es sein kann--- ich weiß aber, dass es so ist und damit muss ich gerade klarkommen. Ich habe genug Abenteuerbücher gelesen um zu wissen, dass gerade nicht die Zeit ist um die Toten zu betrauern oder Fakten anzuzweifeln. Und verstehen will ich das alles auch nicht. Der Deal war, dass ich dich reinlasse und du mich beschützt und dann wieder verschwindest. Dieser Deal gilt für mich.-
Ich glaube so einfach ist das leider nichtmehr.
Er nimmt einen Schluck aus seinem Kaffee und zieht an seiner Vape. Unerträglich lang lässt er den Dampf langsam zur Nase heraus. Ich könnte schwören kleine Sternenleuchten darin zu erkennen.
Genau. Dafür kann ich nichts. Das Trauma hat dich erweckt und ich hab dir nur den Rest gegeben, das war nicht vorherzusehen.
Mit geballten Fäusten stehe ich auf. Ich sehe sie. Sie schmeckt wie eine abgestandene Sprite, diese Art von der man noch denkt: „Bevor ichs wegschütte.“ Ich sehe wie die Worte als Rauch aufsteigen und einfach im Raum vergehen. Gleichgültigkeit.
-Wenn es dir egal ist warum sprechen wir dann?-
Weil man soetwas nicht tut. Nenn es meinetwegen einen Ehrenkodex.
Gleichgültigkeit. Er meint exakt, was er sagt. Er gibt sich nur mit mir ab, weil. Man. Soetwas. Nicht. Tut!
Ein rot schimmernder Luchs springt aus meiner Hand dem Mann entgegen. Kurz bevor die Tatzen den Mann erreichen, beginnen sie sich einfach aufzulösen, als würde er an einer unsichtbaren Wand zersetzt.
Das mein ich, dafür kann ich nichts.
Ich explodiere. Innerhalb weniger Augenblicke fülle ich den gesamten unendlichen Raum aus. Die Farben der Welt werden, rot und golden.
Und dafür kannst nur du etwas.
Meine Farben strahlen dunkler. Ein goldenes, azur brennendes Kollier ist zu hören. Das Kollier legt sich in einem weitem Kreis um ihn.
Du solltest dich wirklich wieder in den Griff kriegen.
Als wäre es ein Buch, klappt das Kollier in der Mitte zusammen. Auf dem Einschlag desKollierbuches prangtᚠᛟᛚᚲᚡᚨᚾᚷᚱin goldroten Lettern.Kurz bevor es zuklappt überkommt etwas meine Welt. Als würde eine Leinwand- wie die aus der Schule für die Diaprojektoren- heruntergefahren, wird meine Welt komplett blank. Nur einen Moment existiere ich, aber ICH existiere nicht. Dann wird die Projektion gestartet.
Eine zarte, mondlose Nacht erfüllt meine Welt. Eine solcher Nächte in der die Welt niemals aufzuhören scheint. Nur die Theke unsere Stühle und wir sind unverändert. Ein weiteres mal nimmt er einen tiefen Zug aus seiner Vape. Während er ausatmet dreht er sich um und lehnt die Ellbogen auf die Theke.
Noch etwas weniger Kooperation und ich packe dich in eine kleine hässliche Ecke deines Verstandes in der du warten kannst bis ich UNSEREN Job erledigt habe.
Ich werde kleiner.
Ich war nett!
Kleiner.
Ich habe gefragt!
Kleiner!
Ich hätte dich auch verrecken lassen können!
-Hättest du nicht!-
Wachsen.
-Du brauchst einen Körper. Nicht meinen, aber einen.-
Wachsen.
-Du hast dich an mich gebunden und kriegst mich nichtmehr los.-
Stehen.
-Du bist die Geisel.-
LAUT! DRUCK!
Ich werde komprimiert. Nicht zerdrückt. Ich verteile mich nicht um, als wäre ich eine eine Dose, die zerdrückt wird.. Ich werde in mich gedrückt. Meine Farben zerfasern. Leuchtendes grün, fließt um warmes rot, gelbt steigt auf wie Wolken und hüllt den chaotischen Regenbogen zu dem ich werde in ein sanftes Wabern. Je weiter ich komprimiert werde, umso kräftiger werden die Farben. Es tut nichtmehr weh. Es fühlt sich nicht an. Ich bin. Ich bin nicht ich. Ich bin. Nichts reagiert mit mir und ich reagiere auf nichts. Ich bin ein ungeschlüpftes Ei. Ich bin Potenzial. Aber ich bin nicht ich. Ich bin die Skulptur, die in dem Marmorblock steckt, der noch nicht aus dem Steinbruch gehauen wurde. Aber... ICH bin nicht ICH. Ich flackere.
Machtspiele haben wir auch abgehakt.
Ohne es zu merken sitze ich wieder an der Theke und nehme einen großen Schluck Milch. Er stößt sich von der Theke ab und steht aufrecht vor mir und streckt mir eine Hand entgegen.
Und jetzt nocheinmal von vorne. Hallo Sofia, ichbinלליאלund mein Job ist es dich am Leben zu halten.
II. Akt
An der Theke. Umgebung in wabernden schwazweißzeichnungen.לליאלund Sofia in leicht expressionistischem Stil in unmittelbarem Anschluss an die vorherige Szene.
-Dann sag genau worüber wir reden müssen.-
Legt den Kopf in die verschränkten Arme.
Ich glaube wir sollten klären, was genau mit dir los ist
und danach was wir tun müssen damit du mich hier wieder rauskriegst.
-Also soweit ich verstanden habe,
hat das was ich hier sehe ganz viel mit Gefühlen zu tun.-
Essenzen.
-Essenzen?
Essenzen. Okay, also was ich gerade sehe und das mit dem ge-
igeltem Bogenschützen war also quasi nicht real,
sondern ich habe nur gesehen, was euch so ausmacht?
Nicht so ganz.Lacht
Stell es dir mehr vor wie Platons Ideen.
Alles hat eine Form und eine Idee. Wir beide sind Menschen.
-Vermutlich.-
Wir beide sind Menschen. Und du erkennst einen Menschen.
Das ist die Idee von einem Menschen.
Aber jeder Mensch ist anders.
Blond, groß, dünn, dick, das ist die individuelle Form, das bist nur DU.
-Ich vermute du schweifst ab.-
Aber das bist immernoch nicht DU. Das ist auch nicht ein Stein.
Oder deine Tochter. Das ist der kleine Klumpen Materie der dir,
zur Miete, zugeteilt wurde. Du hast aber Potenzial.
Und dieses Potenzial ist deine Essenz.
Selbst wenn du es nie zum Rockstar geschafft hast,
weil Menschen nunmal dumm sind,
kannst du die Essenz eines Rockstars haben.
-Van Gogh!-
Du verstehst.
Und das kannst du jetzt wahrnehmen.
Schmeckt manchmal komisch,
und manchmal sind die Lichter ganz schön laut, aber das ist es eigentlich.
-Sehe ich dich oder deine Essenz?-
Welche Antwort würdest du denn glauben?
Außerdem ist dir glaube ich klar dass ich damit spielen kann.
Welchen Wert hat dann meine Antwort.
-Spielen? Ist das das richtige Wort?-
Je nach Situation...
Vorhin haben wir damit gekämpft.
-Wir?-
Nunja, ich kämpfe normalerweise nicht so blumig.
-Das war ich?-
Naja, deine Idee aufgepumpt wie ein Luftbalon mit meiner Essenz,
aber ja das warst du.
Aber das war gut sonst wären wir und die Leute in der
Nähe noch mehr zu schaden gekommen.
-Verletzte? Auch solche wie wir?-
Leider nein. Sie wurden verletzt und getötet ohne zu wissen was passiert.
Online wird es schon als Amoklauf vermarktet.
-Verletzte....-
Und mehr davon müssen wir verhindern, indem wir das ganze beenden.
-Aber warum?-
Ich weiß nichteinmal, warum er mich jagt.
-Sie.-
Sie?
-Er hat geflackert.-
Sie.
Aber ich kann es wirklich nicht sagen.
Ab und zu passiert mir sowetwas.
Und dir wird es in Zukunft auch passieren.
-Ohne Grund?-
Bestimmt mit Grund, aber du hast gesehen, wie wenig Zeit er...
sie mir vorhin gelassen hat
um meine Fragen zu formulieren.
-Und das willst du mir beibringen?-
Mhm.
-Und wenn ich nicht will?-
Ähm, dann lassen wirs.
-Werde ich mich trotzdem verteidigen
müssen wenn du weg bist meine ich?-
Solange du es nur anschaust eigentlich nicht?
Der hier ist nur hinter dir her, weil er dich
gesehen hat und du mit mir zu tun hast.
-Und du willst mir beibringen wie ich damit umgehen kann?
Kann etwas schlimmes passieren, wenn ich nein sage?-
Solange du dich nichts dummes machst, nein.
-Dann lehne ich ab.-
לליאלhält verdutzt inne Ok. Dampft an der Vape. Wendet den Blick ab.
Das heißt aber, dass du mich machen lassen musst wenn wir kämpfen müssen und nicht wieder so rumzickst.
-Dann los.-
Los?
-Los.-
Beide stehen auf. Während die Welt wieder Farbe annimmt und die Konturen wieder fest werden, verschwindetלליאל.
Akt III
Dann übernehme wohl ich jetz.Ich ziehe mich zurück und er wächst in mir. Sag mir wohin ich ihn... sie rufen soll.In mir blitzen verschiedene Bilder von abgelegen ruhigen Orten auf, Bis es wie beim Roulett bei einem verlassenem Wachturm aus dem erstem Weltkrieg anhält. Alles klar. Das geht.Ein kleiner pulsierender Klang entweicht uns und fliegt davon. Er läuft los. Dann los.
Er verlässt die Wohnung und geht die Straße entlang. Unsere Welt verändert sich. Die Straße wird verzerrt lang. In der Ferne der Turm. Während wir die Straße entlanggehen scheint der Turm in gleicher Distanz zu bleiben.
לליאלverändert sich. Er ist nichtmehr Mitte vierzig. Er wirkt jünger. Schwarze verstärkte Stiefel, herabhängende Bänder von der Hose, ein langer schwarzer Ledermantel. So gehen wir der Situation entgegen. An unseren Armen sind wieder die Obsidianklingen, welche er mechanisch im Mantel verschwinden lässt. Auf dem Rücken tragen wir ein Schwert eine Axt und einen Speer mit zwei Klingen. An ihnen allen prangt ein anderer Edelstein. Eine schwarze Kugel trifft die untere Spitze des Mantels. Wir heben die Arme und die Axtflinten feuern Explosionen in die Richtung. Es geht los.Etwas verlässtלליאל. Es fühlt sich an wie ein einzelner Tropfen Wasser riecht. Und dieser verteilt sich über unsere Welt, wie ein Tsunami.לליאלhat sich verändert. Er ist kein „Kerl“ mehr. Er fühlt sich jünger an und seine Essenz ist weniger... Mensch? Nicht weniger menschlich, nur weniger Mensch. Er zielt und beginnt zu feuern. Nach einer Vierteldrehung Hit! Hit! Hit!
erkenne ich was um uns herum geschieht. Hit! überall aus den Gassen und Seitenstraßen kommen Weltkriegssoldaten und beginnen zu feuern. Hit! schweres Gerät, Panzer, sogar eine Flakkanone. Hit! soldat von rechts mit Pistole und Kampfmesser. Klinge! Hit! Drehen!Der Nacken in den die Klinge wandert wird durch das drehen des Laufes in eine unansehnliche Suppe verwandelt, bevor der Soldat unsere Welt verlässt.
-Wer sind das?-
Er! Hit! SIE, meine ich! Kleine Häppchen Fremdessenz. Tut keinem weh und ist praktisch.Die linke Klinge durchlägt den Helm des Soldaten vor uns und das drücken des Triggers bläst ihm eine Explosion entgegen, die das dahintergelegene Panzerfahrzeug durchschlägt. Beides verlässt unsere Welt. Eine faulig strahlende Welle kommt auf uns zu. Die Bänder an der Hose katapultieren uns nach oben und drehen sich in unglaublichem Tempo dem Strahlen entgegen während wir von einem Band an einer Laterne gehalten werden und wir ein paar Schüsse Richtung Turm abgeben. Als ich mich einen Moment umsehen kann, sehe ich dass die Essenzen der Welt Schaden nehmen. Die Wunden in der Essenz reißen selbst in den Beton der Straße kleine Risse. Der Strahl hat sogar eine kleine Kuhle in die Essenz der Straße gebrannt, wodurch sie nun leicht nach links geneigt ist.
In dem Moment beginnt die Ebbe. Der Tropfen kehrt zu uns zurück. Jetzt ist der Typ weg. Hit!Er Hit! Ist Hit!Kein. Blut spritzt!Mensch. Meine Milz fehlt. Sie tut nicht weh; sie fehlt! Wir wurden von einem Strahl getroffen.
Wie beim umschalten verschwindet unsere Welt und nurnoch der Turm ist zu sehen. Wir stehen direkt davor. Tut mir leid; unachtsam. -Da ist sie schieß!- Ich hebe den Arm und versuche abzudrücken. Nichts. Gerade nichts zu machen. Der Treffer war übel.Ich fühle was er meint. Wir werden weniger. -Wir hatten einen Deal.- Ich weiß. -Dann weiter.- Wie ohne Feuerkraft?.
Er/sie tritt an den Rand des Turms. Unsere Welt wird kleiner. Die Alte Frau sieht vom Turm auf uns herab. Ihr fauliger Blick fliegt auf uns zu. Ich springe nach oben und seine Schwingen tragen uns bis zur ihr nach oben, wo wir mit den Axtflinten auf sie zustürzen. Ein Holzpfahl erscheint vor dem durchbohrtem Mann, blockt uns ab und wir fallen. „Keine Essenz mehr?“ schreit er, und stürzt uns mit dem Pfahl hinterher.Ausweichen.Ich halte uns in Posision und bremse unseren Flug noch etwas, damit der Durchbohrte näher kommen kann.Ausweichen!Ich halte.AUSW...Der Pfahl durchbohrt beim Aufprall unsere rechte Schulter. Die rechte Lunge kollabiert. Die erschrocken dreinblickende Alte Frau macht einen Katzenbuckel und bricht auf der Axtflinte zusammen. Hinter ihr im Nachthimmel verteilt sich ihre Essenz und mein Kollier klappt langsam über ihr zu. Durch das Loch in ihrer Brust scheint der Mond. Als sich das Kollier geschlossen hat verblasst die Schrift ᚠᛟᛚᚲᚡᚨᚾᚷᚱ und das Kollier verschwindet aus meiner Welt.
Das Atmen fällt schwer.Wärme.Unsere Lunge füllt sich langsam wieder mit Luft.Das war dreckig gespielt und reines Glück.
-Behauptest du.-
Ich lache für uns.
Du bist Glück.
-Wie meinst du das?-
Das verstehst du noch. Findest du alleine nach Hause?
-Natürlich.-
Soll ich wirklich gehen?
-Leider ja, aber jetzt ist Zeit...-
Die Toten zu betrauern und Fakten anzuzweifeln?
-Meinen Mann zu betrauern.-
Ich beginne zu weinen. Nicht zu heulen. Ich bin nicht verzweifelt. Ich bin nur traurig.
-Nico ist tot.-
Er verschwindet. Einfach Weg. In mir rieche ich einen Tropfen. Diesen kleinen Tropfen, den er mir gelassen hat.
Epilog
Als sie versucht sich die Hose des dunkelblauen Hosenanzugs überzuziehen, verflucht Sofie, dass sie nicht vor vier Wochen, wie sie sich hoch und Heilig geschworen hatte, eine Diät zu machen, „dann würde sie schon in M passen“ -dieser blöde Kampfzwerg! Kaum machte sie ihrer Wut durch einen Schrei luft, machte es rutsch und das Scheißding war endlich an.
„Wenigstens eine gleichmäßig proportionierte Wurst“, dachte sie, als sie ihre -das sind doch noch C-Körbchen- in das Oberteile presste. Beim Blick in den Spiegel war sie dann allerdings doch überrascht, dass sie nicht sofort den Drang verspürte sich ein großes blaues A Nord auf die Brust zu malen und Crocs anzuziehen. Sie war durchaus ansehnlich. Das schwarze Haar fiel glatt bis zur Schulter und betonte ihr sanftes Kinn und ihre großen beigen Lippen.
„Lipgloss, Tagescreme und Wimperntusche reichen heute glaube ich“.
Auf der Fahrt zur Weihnachtsfeier denkt sie an diesen einen Tag an der Champs-Élysées im Sommer. Sie hatte recht gehabt ihn fortzuschicken. Er hatte auch recht gehabt. Das Glück war bei ihr zuhause. Kein Reichtum, keine neue große Liebe, nicht soetwas. Sondern Glück, das war ihre Essenz.
Sie steigt aus dem Taxi und läuft an der Pyramide Inversée vorüber Richtung Mitarbeitereingang. Es ist kalt. Sie zieht ihren samtenen Bolero zurecht. Noch ein Blick in den Spiegel und diese eine verdammte Strähne noch einmal gebändigt und dann Auftritt.
Die erste Weihnachtsfeier, auf die sie nicht schon vor betreten keinen Bock mehr hatte. Selbst beim Wichteln hatte sie Freude, insbesondere, auch, weil sie wusste, dass der Restaurationsassistent Abel aus der germanischen Geschichte, sie gezogen hatte und sie spürte, dass er seit kurzem auf sie stand, aber viel wichtiger, sie hatte geschmeckt auf welchem Zettel sein Name stand. Es fühlte sich genauso an wie vor ein paar Wochen, als sie genau wusste, welches Los für den riesigen Stoffdino gezogen werden musste. Es war wie als Kind Kekse aus der Keksdose klauen. Dass sie es mit niemandem teilen konnte, war das einzige, das sie melancholisch stimmte.
Kontrollieren konnte sie überhaupt nichts. Sie beherrschte kaum den Teddybärentanz; als ob sie irgendetwas kontrollierte. Sie hatte es aber auch nichtmehr versucht. Doch etwas war anders. Als sie auf den Balkon trat konnte Sofia endlich loslassen. Sie wusste nicht was es war, aber sie spürte es. Spürte den Duft der Nacht ihre Wangen streicheln. Spürte ihn. Fühlteלליאל.