r/ADHS • u/Relative_Estate3943 • 47m ago
Angst um berufliche Zukunft und ständiger Selbstvergleich mit anderen
Hallo zusammen,
da mir definitiv der Austausch zu anderen ADHS-Personen fehlt, dachte ich ich schreib meine Situation mal hier rein, wie andere sich so zu dem Thema fühlen.
Zu mir als Person, habe noch keine ADHS-Diagnostik, aber eine starke Selbsteinschätzung, zudem eine Vermutung auf ADHS bereits seid einer Ergotherapie aus der Kindheit und meiner derzeitigen Psychotherapeutin.
Ich bin 22 Jahre alt, und arbeite seid 1 Jahr auf einer unbefristen E6-Stelle im öffentlichen Dienst an einer Universität, nachdem ich dort eine dreijährige Ausbildung gemacht habe. Ich selber bin ein Abi-Abbrecher, der die 11 Klasse nach Wechsel von der Realschule durch Überforderung, nicht einem sozialen Kontakt inder Klasse, dadurch resultierende Einsamkeit und auch Faulheit, sitzen geblieben ist. Danach den Weg der Ausbildung im Büromanagement gegangen, da ich den Beruf tatsächlich interessant fand und eine finanzielle Sicherheit haben wollte.
Ich bin im Moment in der Situation, dass ich bei Gott nicht weiß, wie ich mich beruflich entwickeln will, und ständige Minderwertigkeitskomplexe habe, dass SO viele Menschen trotz ADHS ihr Abi und Studium haben, während ich "nur" einen guten Realschulabschluss habe. E6-ÖD mit 2.180 € netto ist "nicht schlecht", aber reicht auch gerade so, um die monatliche Miete zu bezahlen. Und bei den steigenden Preisen...Abi nachholen ist auch ein Gedanke, wo ich aber bei einer 40 Stunden Woche als unmachter für mich betrachtet und reduzieren ist aufgrund der Miete auch nicht möglich. Ich hätte vor dem Auszug in die eigene Wohnung mir wohl zuerst über die weitere Bildung Gedanken machen sollen haha
Zudem lebe ich in Hannover und ist ist extrem schwer, einen Termin zur ADHS-Diagnostik (auch als Selbstzahler) zu erhalten. Ich denke, dass es vielleicht auch erstmal besser wäre, ADHS in den Griff zu kriegen, bevor ich schulisch/beruflich mehr mache. Aber dann habe ich das ständige Gefühl, ein Versager zu sein, weil alle einen höheren Abschluss haben, mit dem sie mehr verdienen könnten. Ich mag meinen Job tatsächlich auch sehr gerne und würde hier nur in einere höhe Gruppierung aufsteigen wollen, wo ich mir aber nicht sicher bin, ob ich auf interne Bewerbungen eine Chance habe oder auf eine Höhergruppierung (da muss die Tätigkeitsdarstellung passen, was gerade glaub ich nicht der Fall ist und ich habe auch Angst, das ich bei zu viel Verantwortung zu überfordert bin).
Natürlich gibt es auch den Weg der Weiterbildung (z.B. Verwaltungswirt), aber auch da kommen die Ängste hoch, dass es neben Vollzeit zu viel wird.
Was ist eure Meinung dazu? Fühlt jemand ähnlich oder irgendwelche Tipps? Bin über jeden Kommentar dankbar!