r/Unbeliebtemeinung • u/Rare_Ocelot4496 • 1h ago
Keine Kinder zu bekommen ist vielleicht das schärfste gewaltfreie Schwert gegen Reiche, Staaten, Herrscher und das gesamte System.
Die Argumentation ist eigentlich ziemlich simpel:
Jedes Herrschaftssystem braucht Menschen, über die es herrschen kann.
Es braucht Menschen, die arbeiten.
Menschen, die Steuern zahlen.
Menschen, die konsumieren.
Menschen, die Schulden aufnehmen.
Menschen, die Armeen/Militärs/Korps bilden.
Menschen, die für die Interessen anderer in Kriege ziehen.
Und vor allem braucht es immer wieder eine neue Generation, die das Ganze weiterträgt.
Was passiert also, wenn eine Generation kollektiv sagt:
Nein. Nach uns kommt niemand mehr.
=>
Dann gibt es irgendwann keine Steuerzahler mehr. Keine Soldaten. Keine Arbeiter. Keine Untertanen. Keine zukünftigen Konsumenten. Niemanden, dem man noch irgendein gesellschaftliches Spiel verkaufen kann.
Ein König ohne Untertanen ist einfach nur ein Typ mit einer Krone.
Ein Staat ohne Bevölkerung ist nur noch ein Stück Land mit Verwaltungsgebäuden.
Milliardäre können Billionen besitzen – wenn irgendwann niemand mehr da ist, der für sie arbeitet, ihre Produkte kauft oder ihr Eigentumssystem anerkennt, ist ihr Reichtum bedeutungslos.
Herrscher existieren nur, weil es Beherrschte gibt.
Das Interessante daran: Dafür braucht man keine Revolution, keine Waffen und keinen Aufstand. Man muss niemanden stürzen. Man erzeugt einfach keine nächste Generation, über die weiter geherrscht werden kann.
Und als Nebeneffekt würden Ressourcenverbrauch, Flächenverbrauch und menschlicher Druck auf Ökosysteme langfristig ebenfalls verschwinden.
Natürlich wäre das gleichzeitig das Ende der Menschheit. Genau deshalb ist es wahrscheinlich eine der radikalsten Formen von Macht, die ein Individuum überhaupt besitzt: die Entscheidung, ob das System eine nächste Generation bekommt.
Das dürfte tatsächlich eine ziemlich unbeliebte Meinung sein.